Ardo-Aus: „Heimisches Gemüse ist kein Auslaufmodell“

SPÖ-Nationalrat und Gewerkschafter Bernhard Höfler fordert nach dem Aus für das Ardo-Werk in Groß-Enzersdorf einen fairen Sozialplan und einen konkreten Plan für die Gemüsebauern.
Innsbruck/Tirol. Der Tiefkühlkonzern Ardo hält an der Schließung seines Werks in Groß-Enzersdorf fest: Die Produktion soll 2027 an einen anderen europäischen Standort wandern. Betroffen sind laut ORF 190 Beschäftigte und 50 Leiharbeitskräfte, 2025 verarbeitete das Werk Gemüse von rund 270 Bauern. Laut „Krone“ gibt Landwirtschaftsminister Totschnig (ÖVP) für heimischen Tiefkühlspinat 2027 „keine Garantie“.
Für Höfler ist klar: Es geht um Arbeitsplätze, um Bauernfamilien und darum, was künftig auf unseren Tellern landet.
„Da steht der Arbeiter am Band, der jede Ernte mitgemacht hat, und erfährt: Das Werk sperrt zu. Daneben der Bauer, der seine Felder genau dafür bestellt hat. Wenn ein Konzern nur noch auf die Kosten schaut, zahlen die Leute die Rechnung. Und was heute im Marchfeld passiert, kann morgen jeden Standort treffen – auch bei uns in Tirol“, stellt Höfler klar.
„Ein fairer Sozialplan ist das Mindeste!“
Für die Beschäftigten wird laut ORF ein Sozialplan ausgearbeitet. Höfler stärkt AK und ÖGB Niederösterreich den Rücken, die einen „rot-weiß-roten Schulterschluss“ fordern. „Wer jahrelang für einen Konzern gearbeitet hat, verdient mehr als einen Händedruck.“
„Was bei uns wächst, soll bei uns verarbeitet werden!“
Laut ORF laufen Gespräche über eine mögliche Übernahme, Iglo will die Verarbeitung von Marchfeld-Gemüse in der Region halten, Bund und Land prüfen Hilfen für die Gemüsebauern. Totschnig selbst will „eine Perspektive schaffen“. „Dann braucht es jetzt einen konkreten Plan – nicht nur Bedauern.“
Höfler fordert von Ardo einen fairen Sozialplan für alle Betroffenen und vom Landwirtschaftsministerium noch heuer einen Plan, wie die Gemüseverarbeitung in Österreich gesichert wird. „Ich bringe das ins Parlament und bleibe dran, bis für die Beschäftigten und die Bauern eine Lösung am Tisch liegt.“
Abschließend hält Höfler fest: „Wer bei uns arbeitet und anbaut, darf nicht zum Spielball von Konzernrechnungen werden.“



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