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„Die FPÖ ist nicht die Partei für die Menschen. Sie ist die Partei des Dauer-Neins.“

  • Autorenbild: Bernhard Höfler
    Bernhard Höfler
  • vor 3 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

Das Problem ist nicht nur dieser eine Antrag. Das Problem ist das Muster dahinter. Immer dann, wenn es um echten Schutz, um Gerechtigkeit, um Fairness und um Verantwortung geht, ist die FPÖ groß in ihren Worten, laut in ihrer Empörung und schnell bei Schlagzeilen. Aber genau dort, wo Menschen konkrete Hilfe brauchen, wo der Staat schützen müsste und wo Politik endlich Haltung zeigen sollte, kommt von dieser Partei am Ende immer wieder dasselbe: Nein.


Sie gibt sich als Stimme der kleinen Leute, als Kraft des Widerstands, als Anwältin der Menschen, die sich im Alltag abmühen, sorgen und kämpfen. Aber wenn man genauer hinschaut, dann bleibt von diesem Bild nicht viel übrig. Denn entscheidend ist nicht, was man ins Mikrofon ruft. Entscheidend ist, wie man abstimmt, wenn es ernst wird. Entscheidend ist, ob man Verantwortung übernimmt, wenn Menschen Schutz brauchen. Und genau dort zeigt sich das wahre Gesicht dieser Politik: viel Empörung, wenig Anstand, noch weniger Verantwortung.


Nein zu mehr Schutz nach Gewalttaten.

Wenn unser Land von schrecklichen Taten erschüttert wird, dann erwarten sich die Menschen zu Recht, dass Politik nicht nur betroffen schaut, sondern handelt. Sie erwarten sich, dass Lücken geschlossen, Fehler korrigiert und Schutzmaßnahmen verbessert werden. Sie erwarten sich, dass aus Trauer und Fassungslosigkeit endlich Verantwortung entsteht. Doch genau dort, wo man Konsequenzen ziehen müsste, wo man aus Leid lernen und Menschen besser schützen könnte, wird von der FPÖ zu oft blockiert, gebremst oder schlicht Nein gesagt.


Und das ist es, was so wütend macht. Denn nach einer Gewalttat sind alle schnell bei den großen Worten. Alle sprechen von Entsetzen, von Schock, von Betroffenheit. Aber Betroffenheit allein schützt niemanden. Schöne Reden verhindern keine nächste Tragödie. Wer danach nicht bereit ist, konkrete Maßnahmen mitzutragen, der missbraucht die Verunsicherung der Menschen für billige politische Empörung. Genau das ist der Unterschied zwischen ehrlicher Verantwortung und politischem Schauspiel.


Nein zu besseren Bildungschancen für Kinder.

Es gibt kaum etwas Ungerechteres als ein System, in dem nicht Talent, Fleiß und Wille über die Zukunft eines Kindes entscheiden, sondern Herkunft, Einkommen und das Elternhaus. Ein gerechtes Land muss alles dafür tun, dass jedes Kind eine faire Chance bekommt. Ganz egal, ob es in Wohlstand aufwächst oder in schwierigen Verhältnissen. Ganz egal, wie der Nachname lautet oder wie viel Geld am Monatsende übrig bleibt. Jedes Kind hat ein Recht auf Förderung, auf Unterstützung und auf die echte Möglichkeit, etwas aus seinem Leben zu machen.


Aber statt Brücken zu bauen, wird von der FPÖ immer wieder auf Spaltung gesetzt. Statt Chancen zu verbessern, werden alte Ungleichheiten verteidigt. Statt Kinder stark zu machen, wird in Kauf genommen, dass viele von ihnen schon früh zurückgelassen werden. Und genau das ist die eigentliche Härte daran: Wer bessere Bildungschancen blockiert, nimmt nicht nur eine politische Position ein. Er nimmt in Kauf, dass Kinder klein gehalten werden, bevor sie überhaupt die Chance hatten, groß zu werden. Das ist nicht nur kurzsichtig. Das ist herzlos.


Nein zu Fairness für Konsumentinnen und Konsumenten.

Der Alltag der Menschen spielt sich nicht in ideologischen Parolen ab, sondern an der Supermarktkassa, bei der Stromrechnung, beim Handyvertrag, bei Mieterhöhungen, Gebühren und Preisen, die oft kaum noch nachvollziehbar sind. Es sind die ganz normalen Menschen, die jeden Cent umdrehen müssen. Menschen, die sich nicht mit Konzernen, mit Kleingedrucktem und mit unfairen Bedingungen herumschlagen wollen, sondern einfach fair behandelt werden möchten. Genau dafür braucht es Politik, die schützt. Politik, die hinschaut. Politik, die die Menschen nicht alleine lässt.


Doch immer dann, wenn es darum geht, Konsumentinnen und Konsumenten tatsächlich zu stärken, wenn es um Schutz vor Abzocke, um Transparenz und um faire Regeln geht, bleibt von der angeblichen Nähe zur Bevölkerung bei der FPÖ erschreckend wenig übrig. Dann ist sie plötzlich nicht mehr laut. Dann kämpft sie nicht. Dann ist sie nicht rebellisch. Dann ist sie einfach dagegen oder gar nicht da. Und auch hier zeigt sich wieder das gleiche Muster: Auf der Bühne spielt man sich als Anwalt der kleinen Leute auf. Wenn es aber konkret wird, lässt man genau diese Menschen im Regen stehen.


Nein zu wirksamen Maßnahmen gegen Teuerung.

Die Teuerung ist für viele Menschen keine Zahl in einer Statistik, sondern täglicher Druck im Leben. Sie ist die Mutter, die beim Einkaufen jedes Produkt zweimal umdreht. Sie ist der Vater, der sich fragt, wie sich Miete, Strom und das Leben insgesamt noch ausgehen sollen. Sie ist die Pensionistin, die ihr Heizverhalten ändert, weil die Rechnung Angst macht. Sie ist der junge Mensch, der arbeitet und trotzdem nicht weiß, wie ein selbstständiges Leben noch möglich sein soll. Genau das ist die Realität in diesem Land.


Und in so einer Situation braucht es keine politischen Schaunummern. Es braucht keine Dauerempörung ohne Wirkung. Es braucht konkrete Maßnahmen, die entlasten, absichern und den Menschen Luft zum Atmen geben. Doch auch hier zeigt sich: Die FPÖ lebt rhetorisch vom Schmerz der Menschen, aber wenn es um echte Hilfe geht, wird gebremst, abgelehnt und blockiert. Wer sich als Anwalt der Belasteten inszeniert, aber Maßnahmen gegen die Belastung verweigert, der betreibt keinen sozialen Kampf. Der betreibt politische Täuschung. Das ist nicht Opposition im Interesse der Menschen. Das ist ein Spiel mit ihrer Verzweiflung.


Nein zum Schutz von Frauen und Mädchen.

Und genau hier hört für mich jede politische Inszenierung endgültig auf. Denn wenn es um den Schutz von Frauen, von Mädchen und von Kindern geht, dann geht es nicht mehr um Parteitaktik. Dann geht es nicht um billige Schlagzeilen. Dann geht es nicht um das nächste Empörungsvideo. Dann geht es um Anstand. Um Haltung. Um die einfache, aber entscheidende Frage, ob man bereit ist, die Schwächeren in dieser Gesellschaft zu schützen.


Wenn junge Mädchen besser vor sexuellen digitalen Übergriffen geschützt werden sollen, dann darf es kein Lavieren geben. Dann darf es kein Wegducken geben. Dann darf es vor allem kein Nein geben. Denn hinter solchen Maßnahmen stehen keine abstrakten Debatten, sondern reale Gefahren, reale Verletzungen, reale Schicksale. Es geht um Kinder und Jugendliche, die Schutz brauchen. Es geht um Familien, die darauf vertrauen dürfen, dass Politik hinsieht und handelt. Es geht um Würde, Respekt und Sicherheit.


Und genau deshalb ist es so unerträglich, wenn ausgerechnet dort blockiert wird. Denn dann fällt jede Maske. Dann sieht man, was übrig bleibt, wenn die lauten Parolen verstummen. Dann sieht man, dass manche lieber ideologische Spielchen spielen, als Verantwortung zu übernehmen. Wer selbst dort Nein sagt, wo Frauen und Mädchen besser geschützt werden sollen, der überschreitet eine Grenze. Der verlässt den Boden des moralisch Vertretbaren. Und das muss man auch genau so klar sagen.


Denn Politik ist nicht nur eine Frage von Mehrheiten, Taktik und Schlagzeilen. Politik ist auch immer eine Frage des Charakters. Eine Frage der Haltung. Eine Frage dessen, wofür man aufsteht, wenn es darauf ankommt. Und wer in diesen Fragen immer wieder auf der falschen Seite steht, der kann sich nicht ernsthaft als Partei der Menschen bezeichnen.


Am Ende bleibt deshalb ein klarer Befund:

Die FPÖ ist nicht die Partei der Verantwortung. Sie ist die Partei der Blockade.

Sie ist nicht die Kraft des Schutzes. Sie ist die Kraft des Dauer-Neins.

Und wer selbst beim Schutz von Kindern, Frauen und jungen Mädchen noch wegschaut oder ablehnt, der hat jedes moralische Maß verloren.


Wer immer nur laut ist, wenn Kameras laufen, aber schweigt oder blockiert, wenn Menschen Schutz brauchen, ist keine Stimme des Volkes. Wer aus Angst, Unsicherheit und Wut politisches Kapital schlagen will, ohne jemals echte Verantwortung zu übernehmen, handelt nicht im Interesse der Bevölkerung. Und wer selbst dort Nein sagt, wo Frauen, Mädchen und Kinder besser geschützt werden sollen, hat nicht nur politisch versagt — sondern menschlich.

 
 
 
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