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Jahr des Ehrenamts: Wertschätzung braucht politische Verbindlichkeit

  • Autorenbild: Bernhard Höfler
    Bernhard Höfler
  • vor 22 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Als Vorsitzender der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter:innen (FSG) war es mir immer ein zentrales Anliegen, das Ehrenamt politisch zu stärken und nachhaltig abzusichern. Freiwilliges Engagement ist eine tragende Säule unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts – und es braucht klare Rahmenbedingungen, damit dieses Engagement auch in Zukunft möglich bleibt.


Aus diesem Grund habe ich gemeinsam mit der FSG Tirol in der Vollversammlung der Arbeiterkammer Tirol im November 2025 einen Antrag eingebracht, der das Ehrenamt in den Mittelpunkt stellt. Dieser Antrag wurde einstimmig beschlossen und zeigt deutlich, wie groß der partei- und fraktionsübergreifende Konsens über die Bedeutung freiwilliger Arbeit ist.


Ohne Ehrenamt steht Tirol still. Feuerwehr, Rettung, Katastrophenschutz, soziale Dienste, Sport, Kultur, Jugend- und Vereinsarbeit – überall dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, bildet das Ehrenamt das Fundament. Mehr als hunderttausend Tirolerinnen und Tiroler engagieren sich freiwillig – oft unbezahlt, meist im Hintergrund und aus Überzeugung. Viele Strukturen, auf die wir uns im Alltag verlassen, wären ohne diesen Einsatz nicht aufrechtzuerhalten.


Gleichzeitig geraten ehrenamtliche Organisationen zunehmend unter Druck. Steigender Arbeitsdruck, wachsende finanzielle Belastungen und fehlende gesellschaftliche Anerkennung erschweren es immer mehr Menschen, sich freiwillig zu engagieren. Immer mehr Vereine und Initiativen berichten von Schwierigkeiten, Ehrenamtliche zu gewinnen und langfristig zu halten. Das gefährdet nicht nur einzelne Organisationen, sondern den sozialen Zusammenhalt insgesamt.


Vor diesem Hintergrund begrüße ich die Initiative des Landes Tirol ausdrücklich. Sie ist ein wichtiges Signal der Wertschätzung – und zugleich eine politische Verpflichtung. Wertschätzung darf nicht bei Worten stehen bleiben, sondern muss sich in konkreten Maßnahmen, Rechtssicherheit und verlässlicher Unterstützung widerspiegeln.


Ehrenamt stärken: Forderungen aus der Arbeiterkammer

Bereits Ende 2025 habe ich auf Basis des FSG-Antrags an die Tiroler Landesregierung und die Bundesregierung ein umfassendes Maßnahmenpaket eingefordert. Dazu zählen unter anderem:

  • die offizielle Erklärung von 2026 zum „Jahr des Ehrenamts in Tirol“,

  • die Entwicklung einer Tiroler Landesstrategie zur Stärkung des Ehrenamts nach europäischem Vorbild,

  • ein jährliches Zeitguthaben für Arbeitnehmer:innen zur Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten,

  • die Einführung eines Tiroler Ehrenamtspasses zur Dokumentation und beruflichen Anerkennung erworbener Kompetenzen,

  • steuerfreie Pauschalen als finanzielle Unterstützung für Ehrenamtliche,

  • der Aufbau einer landesweiten Informations- und Vernetzungsplattform für Ehrenamtliche und Vereine sowie

  • eine gezielte Jugend-Offensive, um junge Menschen frühzeitig für freiwilliges Engagement zu gewinnen.


Ehrenamt ist kein Luxus, sondern systemrelevant. Mit der Schaffung von Rechtssicherheit sowie gebündelten Aus- und Weiterbildungsangeboten setzt die Tiroler Landesregierung wichtige Schritte. Besonders positiv ist, dass die von mir und der FSG Tirol geforderte Jugend-Offensive Teil des vorliegenden Maßnahmenpakets ist.


Abschließend möchte ich allen Menschen danken, die sich tagtäglich ehrenamtlich für andere einsetzen. Ihr Engagement ist nicht selbstverständlich – es ist ein unverzichtbarer Beitrag zu Solidarität, Zusammenhalt und sozialer Verantwortung in unserem Land.

 
 
 

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Bernhard Höfler

Abgeordneter zum Nationalrat

Vorsitzender der FSG Tirol
Vorsitzender Stv. im ÖGB Tirol
Vorstandsmitglied in der AK Tirol

Email: bernhard.hoefler@proge.at

Telefon: 0512 59 777 508

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