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Penicillin-Werk Kundl: „Bei lebenswichtigen Medikamenten dürfen wir nicht von China abhängig sein – wir müssen unseren Standort stärken!“

Autorenbild: Bernhard Höfler
Bernhard Höfler
vor 15 Stunden
2 Min. Lesezeit

Innsbruck/Tirol. In Kundl steht die letzte vollständig integrierte Penicillin-Produktion Europas. Rund 2.000 Arbeitsplätze hängen an diesem für die Arzneimittelversorgung strategisch wichtigen Standort. Gleichzeitig wächst der Druck durch Billigimporte aus China: Chinas Anteil an den EU-Importen von Penicillin ist von 44 Prozent im Jahr 2019 auf 86 Prozent im Vorjahr gestiegen. Der Tiroler Landtag beschäftigt sich diese Woche mit einem Dringlichkeitsantrag von ÖVP und SPÖ, um den Standort abzusichern. Für Höfler ist klar: Jetzt braucht es entschlossenes Handeln auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.


„Wir dürfen nicht vergessen, was passiert, wenn unsere Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten ins Wanken gerät. Vor wenigen Jahren standen Eltern in unseren Apotheken und mussten erleben, dass wichtige Antibiotika für ihre Kinder nicht verfügbar waren. 2022 war Amoxicillin aufgrund einer Infektionswelle knapp. Familien haben sich Sorgen gemacht, ob ihre Kinder rechtzeitig die notwendigen Medikamente bekommen. Das darf sich nicht wiederholen. Versorgungssicherheit ist keine abstrakte politische Diskussion. Es geht um die Gesundheit unserer Kinder und um die Sicherheit der Menschen in unserem Land.“


„Bei Gesundheit darf nicht der billigste Preis entscheiden!“


„Wir müssen endlich verstehen, dass Regionalität und heimische Produktion keine nostalgischen Schlagworte sind, sondern eine Frage unserer Unabhängigkeit. Wer lebenswichtige Medikamente ausschließlich dort einkauft, wo sie gerade am billigsten produziert werden, macht sich abhängig. Wir brauchen eine starke europäische und österreichische Produktion. Wir müssen unsere regionalen Standorte erhalten, stärken und weiterentwickeln. Denn was wir selbst produzieren können, müssen wir nicht erst unter schwierigen Bedingungen aus anderen Teilen der Welt beschaffen.“


„Kundl ist mehr als ein Produktionsstandort – Kundl ist ein Stück unserer Versorgungssicherheit!“


„In Kundl arbeiten rund 2.000 Menschen, die mit ihrer Arbeit einen unverzichtbaren Beitrag für die Gesundheit leisten. Von hier aus werden Patientinnen und Patienten in mehr als 100 Ländern versorgt. Rund 50 Millionen Euro an öffentlichen Mitteln sind bereits in diesen Standort geflossen. Das ist eine Investition in Arbeitsplätze, Wertschöpfung und vor allem in unsere Unabhängigkeit. Es kann nicht sein, dass wir öffentliches Geld in die heimische Produktion investieren und dann tatenlos zusehen, wie diese Produktion unter Druck gerät.“


Höfler fordert deshalb von der Bundesregierung, sich noch heuer mit Nachdruck auf EU-Ebene für eine rasche Antidumping-Untersuchung einzusetzen. Gleichzeitig müsse bei der öffentlichen Beschaffung von Medikamenten die Versorgungssicherheit endlich einen deutlich höheren Stellenwert bekommen. Nicht allein der niedrigste Einkaufspreis dürfe ausschlaggebend sein, sondern auch die Frage, ob ein Medikament zuverlässig und unabhängig von internationalen Krisen verfügbar ist.


Von Sandoz erwartet Höfler ein klares und verbindliches Bekenntnis zum Standort Kundl. Dazu gehören eine Arbeitsplatzgarantie und sichere Arbeitsverhältnisse. „Es kann nicht sein, dass Menschen teilweise seit Jahren als Leiharbeiter im Betrieb tätig sind und trotzdem keine langfristige Sicherheit haben. Ich erwarte mir von Sandoz klare Perspektiven für alle Beschäftigten, unabhängig davon, in welchem Beschäftigungsmodell sie arbeiten. Wer einen so wichtigen Produktionsstandort erhalten will, muss auch Verantwortung für die Menschen übernehmen, die ihn am Laufen halten.“

 
 
 

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