Weltspartag: „Die Bank gehört ins Dorf, nicht nur ins Handy“

SPÖ-Nationalrat und Gewerkschafter Bernhard Höfler fordert vor dem Weltspartag faire Bankgebühren und eine gesicherte Versorgung mit Bargeld und Beratung auch im ländlichen Raum.
Innsbruck/Tirol. Heute ist Weltspartag. Die TT schreibt dazu in ihrem Morgen-Newsletter, Sparerinnen und Sparer seien heute schon unzufrieden, „wenn der Bankschalter besetzt ist, wenn man ihn braucht“ – Zinsen gebe es nur „im 0-Komma-Bereich“. Laut einer Auswertung des gewerkschaftsnahen Momentum-Instituts aus dem Sommer 2025 gibt es in Tirol noch 400 Bankfilialen, 116 weniger als 2005. Österreichweit sank die Zahl von 5.046 (2005) auf 3.526 (2024), während die Bankgebühren im selben Zeitraum um 62 Prozent gestiegen sind. Für Höfler ist klar: Weniger Service darf nicht mehr kosten.
„Wenn im Dorf die Filiale zusperrt, fährt die Pensionistin für ihr Bargeld in den nächsten Ort. Der Bus geht selten, der Schalter ist weg, die Kontogebühr kommt trotzdem. Weniger Service und höhere Gebühren – das geht sich nicht aus“, stellt Höfler klar.
„Gebühren dürfen nicht davongaloppieren!“
Allein zwischen 2021 und 2024 sind die Bankgebühren laut Momentum-Institut um 33 Prozentpunkte gestiegen – deutlich stärker als die allgemeine Inflation mit 20,5 Prozent. „Beim Sparbuch gibt’s Null-Komma-Zinsen, bei den Gebühren geht’s steil bergauf. Das versteht kein Mensch, der jeden Euro zweimal umdrehen muss.“
„Bargeld muss erreichbar bleiben!“
„Nicht jeder macht alles am Handy. Gerade ältere Menschen und viele am Land brauchen einen Bankomaten in der Nähe und einen Menschen, der ihnen weiterhilft.“
Höfler fordert von den Banken eine Gebührenbremse und transparente Kontopakete sowie von Banken, Bund, Land und Gemeinden gemeinsame Lösungen, damit Bargeld und persönliche Beratung in jeder Region erreichbar bleiben – etwa über gemeinsam genutzte Servicestellen. „Ich setze mich mit Arbeiterkammer, Banken und Gemeinden an einen Tisch und bringe das ins Parlament.“
Abschließend hält Höfler fest: „Ein Konto ist kein Luxus, sondern Alltag. Und Alltag muss leistbar sein, im hintersten Tal genauso wie in Innsbruck.“



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